Wild Wild West in München
Wenn ich in letzter Zeit aus dem Fenster schaue, denke ich mir: Wärst du doch in NRW geblieben, da gibt’s nicht so viel Schnee! Und überhaupt gibt es dort vieles nicht, von dem ich mich hier in Bayern frage: Braucht’s das? Wer muss denn schon Milzwurst haben, Saure Lüngerl, Kuheuter oder Rindermaulsülze? Andererseits bekommt man hier am Büdchen nicht einmal eine ordentliche Currywurst – geschweige denn Brötchen. Jeder, der die grausige Erfahrung einer Bockwurst in Currywurstverkleidung schon einmal überstanden hat, wird mich verstehen…
Aber nun bin ich eben hier im verschneiten München und leiste ein sechsmonatiges Praktikum bei den Jungs von Airmotion Games ab. Immerhin: Die High-End-Kaffeemaschine beeindruckt! Klar, der ganze Elektrokrams und die Gadgets, die hier so die Schreibtische zieren auch. Aber als eingefleischter Japan-Fan kommen mir immer wieder mal Gedanken zu Gadgets aus Fernost, die die Redaktion bitter nötig hätte (so wie München eine vernünftige Currywurst) oder die kein Mensch, nicht einmal die Redaktion, jemals bräuchte (so wie die Milzwurst…). Meine Gedanken teile ich natürlich auch gern mit, deshalb hier ein Beispiel:
Schreibtischarbeit ist ungesund, das wissen wir nicht erst seit Bandscheibenvorfall und Co. Und trotzdem sitzt der gewöhnliche Redakteur Tag für Tag vorm Bildschirm, tippt wie besessen und erhebt sich bestenfalls zur Mittags-, Pinkel- oder Zigarettenpause. Was da wohl der Orthopäde sagen würde? Sicherlich würde er, wäre ihm das Gerät bekannt, ein Rezept mit folgendem Namen ausstellen:
»Massage Rodeo«
Der Name hält was er verspricht. Wie darf man sich das vorstellen? Ganz einfach: Man nehme einen geschrumpften Barhocker, einen Halteriemen aus Leder, eine Steckdose und: Ab geht die Post! Einmal aufgesessen schüttelt, dreht und schaukelt das elektronische Rindvieh (der Barhocker…) in alle Richtungen. Wofür das gut sein soll? Laut Hersteller hat diese Prozedur den gleichen Effekt wie eine dreistündige Ganzkörpermassage. Und ganz nebenbei werden aus Waschbär- stahlharte Waschbrettbäuche. Das Ganze gibt es auch in einer Hardcore-Version, die noch mehr Tempo macht und zudem mit Steigbügeln ausgerüstet ist. Da macht das Tippen doch gleich viel mehr Spaß – und ist auch noch gesünder! Wer sich am Ende allerdings für die zahlreichen verzerrten Nackenmuskeln und Schleudertraumata verantwortlich zeigt, bleibt ungewiss…
Wer gerade (zu viel) Geld übrig hat und die Anschaffung ernsthaft in Erwägung zieht, kann sich auf www.massager-machines-and-more.com ein genaueres Bild des elektronischen Bullen machen. Jeehaw!

Am 22. März 2009 um 18:09 Uhr
Jeehaw x 2 ²³ – das Ding werde ich gleich Mal bestellen, Notiz an mich selbst: Zubehörtest gamesTM.
Ach ja und Dankeschön – unsere nicht vorhandenen Waschbrettbäuche hast du sehr freundlich/subtil beschrieben. Wir arbeiten daran, hoffe ich.
Hmm ich hatte ja schon Mal die Idee Laufbänder zu installieren, auf denen können wir dann joggen während wir testen. Hmm, wobei dann müssten wir Notizen per Spracheingabe machen…verdammt, warum muss Technik immer so limitierend sein? :O)