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Final Fantasy 13-2

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Moogle oder Mogelpackung?



Vor acht Jahren ist es schon einmal passiert: Ein Ableger der eigentlich stets in sich abgeschlossenen »Final Fantasy«-Reihe bekommt einen Nachfolger. Damals war’s »Final Fantasy 10-2« auf der Playstation 2. Jetzt traut sich Hersteller Square Enix erneut und bringt mit »Final Fantasy 13-2« die Fortsetzung des wohl umstrittensten Teils der Rollenspiel-Serie. Warum, wo doch die Story am Ende von Teil 13 ziemlich abgeschlossen scheint? Vermutlich hängt die Fortsetzung unter anderem mit der harschen Kritik an Teil 13 zusammen, nach der Square den Fans beweisen will, dass sie es noch immer drauf haben. Und tatsächlich: Nach den ersten paar spielbaren Missionen scheinen die Entwickler die Negativpunkte des Vorgängers weitestgehend ausgemerzt zu haben. Weitestgehend, weil eine Verschlimmbesserung sich direkt zu Spielbeginn in den Gehörgang bohrt: Die klassische Fantasy-Musik mit Flöten- und Klavierklängen musste fragwürdigem Japano-Hiphop-Rap-Gedudel weichen. Warum, in aller Welt? Denn eines sei an dieser Stelle mal gesagt: Das ist definitiv nicht cool…



Gutes Team
Zeitlich setzt »13-2« einige Jahre nach dem Ende von Teil 13 ein. Noch nicht gespielt? Dann bitte nachholen, denn nur mit Vorkenntnissen findet man sich so richtig zurecht. Die Welt, wie man sie kennt, wurde beinahe vollständig zerstört. Nur langsam wachsen neue Städte aus dem Boden. Seit diesen Ereignissen ist Lightning, die taffe Lady mit den pinken Haaren, wie vom Erdboden verschluckt. Deshalb tritt diesmal ihre kleine Schwester Serah auf den Plan und macht sich daran, das verschollene Familienmitglied zu finden. Draufgänger Snow, Heulsuse Hope und weitere alte Bekannte sollen zwar kurze Auftritte haben, aber keine Hauptrollen mehr spielen. Stattdessen setzt Square auf den Charme neuer Heldenfiguren wie Schwertkämpfer Noel, der Serah entschlossen zur Seite steht und vom Spieler aus der Verfolgerperspektive gelenkt wird. Woher der braunhaarige Jungspund mit den Rockhosen kommt und was ihm daran liegt, eine ihm unbekannte Person zu finden, bleibt aktuell jedoch noch ein großes Mysterium. Bis das gelüftet wird, sollen rund 40 Stunden Spielzeit nur für die Hauptstory verstreichen. Noch mal das Gleiche darf in zahlreiche große und kleine Nebenmissionen investiert werden, die überall in der Spielwelt verteilte Auftraggeber bereithalten. Apropos Spielwelt: Schon die ersten Schritte in einer Stadt nahe den Bresha-Ruinen zeigen, dass es längst nicht mehr so beengt zugeht, wie im Vorgängerspiel. Zwar ist die Welt hier nicht komplett offen und frei zugänglich, besteht aber immerhin aus deutlich weiteren, verzweigten Schläuchen, Gängen und Höhlen. »Final Fantasy«-typisch entlockt dir die Grafik dabei immer wieder staunende Ahs und Ohs. Die gepflasterten Straßen mit ihren Treppchen und Gassen sind gefüllt mit Leben, gesäumt von Händlern mit bunten Hüten , Regen schlägt in plastischen Tropfen auf die Kamera und Pfützen schimmern im fahlen Licht der Sonne. Großartig, da streunt man doch gerne ein bisschen umher! Allerdings eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit, wie sich schnell herausstellen wird…



Eine Faust ohne Namen
Als Serah und Noel bei den Bresha-Ruinen ankommen, werden sie von einem gigantischen, scheinbar körperlosen Arm angegriffen. Er stäubt mit seiner Faust Menschenmassen auseinander, zerschlägt Gebäude und stampft Bäume in den Boden, als wären sie aus Papier. Erst nach etlichen Minuten des Ausharrens schlägt ihn eine Gruppe Kampfjets mit Raketenfeuer zurück. Aufatmen? Fehlanzeige. Denn der Arm hat auch einen Besitzer. Der heißt Atlas, ist eine mies gelaunte Kriegsmaschine aus längst vergangenen Tagen und bereit zu zerstörerischen Schandtaten. Klares Ziel dieser ersten Anspielmission: Atlas finden und unschädlich machen. Ersteres ist einfach, der Koloss überragt so ziemlich alle Häuser und Türme der Stadt. Letzteres schon schwieriger, schließlich hat Atlas immerhin die Zerstörung der letzten Welt überlebt. Was also tun? Trotzdem in die Offensive gehen und sich auf einen möglicherweise aussichtslosen Kampf einstellen? Oder nach einer anderen Option suchen, um Atlas zuvor zu schwächen? Diese Entscheidungen überlässt »Final Fantasy 13-2« dem Spieler und beschert ihm damit die Freiheit, über den Spielverlauf selbst zu bestimmen. Solche und andere Entscheidungen nehmen nicht nur Einfluss auf das direkte Spielgeschehen, sondern sollen sogar für unterschiedliche Spielenden sorgen. Ganz so gravierend ist die Entscheidung bei Atlas allerdings nicht – hier ist es eher eine Frage des Schwierigkeitsgrades. Und weil der Kampf gegen so ein Ungetüm ganz schön einschüchtert, suchen Serah und Noel in den Bresha-Ruinen nach einem seltsamen Steuerpult, das mit Atlas in Verbindung zu stehen scheint. Das wird freilich gut bewacht, von allerhand Monstern wie den Paprika-artigen Flambaneros und den fliegenden, einäugigen Ahrimans.

Die Zeit läuft

Bei den recht häufig eingestreuten Kämpfen ist fast alles beim Alten geblieben. Aber auch hier setzt Square auf Detailverbesserungen wie die »Mog Clock«: Materialisiert sich ein Monster vor dem Heldentrupp, erscheint eine kreisförmige Uhr mit roten, gelben und grünen Bereichen. Wer es schafft, den Monsterkampf durch einen Schwertstreich einzuleiten, während sich der Zeiger im grünen Bereich befindet, erhält Kampfboni wie den Erstschlag. Im Kampfmenü herrscht Übersichtlichkeit: in Echtzeit Angriffe, Magie und Gegenstände aus dem Inventar auswählen und anschließend das superbe Effektspektakel genießen – einfach und beherrschbar. Neu sind dagegen die sogenannten »Cinematic Action Sequences«: immer wieder verlangt das Game nach Quicktime-Reaktionstests, die in coole Spezialangriffe und Rendervideos münden. Wer im richtigen Moment reagiert, kann mit Noel beispielsweise kühne Salti vollführen, die ihn direkt auf die Gliedmaßen größerer Gegner katapultieren. Von da aus rennt er wie auf einer Serpentine über Arme und Schultern und prügelt dem Widersacher anschließend die Schwachstellen weich. Das sorgt für richtig flüssige Action und sieht einfach nur atemberaubend aus. Ist ein Kampf gewonnen, gibt es die üblichen Erfahrungspunkte und Levelaufstiege – neuerdings aber auch Monsterkristalle, die Besiegte mit sich herumtragen. Ihr Nutzen liegt auf der Hand: Die Kristallmonster fügen sich nach ihrer Niederlage dem Willen des Stärkeren und unterstützen die Helden fortan als KI-Kollege. Ebenfalls verbessert: Rätselfreunde sollen diesmal nicht so kurz kommen, wie in Teil 13. Dafür sorgen geheimnisvolle Zeit-und-Raum-Anomalien, die die Helden in Paralleldimensionen zerren. Der einzige Ausweg aus diesen abstrakten Gebilden: Rätsel unterschiedlichster Art und Schwierigkeit lösen. Etwa Kristalle von quadratischen Plattformen einsammeln, die aber jeweils nur ein einziges Mal betreten werden dürfen. Teilweise ganz schön vertrackt und ideal für Knobelfüchse!
Und was wird nun aus Atlas? Ob’s mit dem Steuerpult klappt oder nicht, bleibt noch geheim. Nur so viel: Selbstverständlich geht der Koloss nach einiger Zeit zu Boden und die Story weiter. Fans können jedenfalls sicher sein, dass solche und andere Bossfights erneut zu dem Spektakulärsten gehören, was »13-2« auftischt. Neben den gewohnt tollen Rendervideos natürlich. Ob’s allerdings reicht, um diesmal alle Fans glücklich zu stimmen, werden erst weiter fortgeschrittene Versionen zeigen können.
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