
Qualvolle Schreie wehen durch den Sturm. Die Insel Feshyr steht in Flammen. Alle Einwohner sind tot. Einzig der namenlose Held der Geschichte überlebt die furchtbare Tragödie und muss mit ansehen, wie seine soeben Angetraute, die holde Ivy, in den Flammen umkommt. Gen Himmel schreit er seinen Schwur: Rhobar der Dritte – der zum König gekrönte Protagonist der vorherigen drei »Gothic«-PC-Rollenspiele – muss sterben. Zusammen mit Haudegen Diego, den Fans der Vorgängerspiele wohl bekannt, segelt der Spieler also nach Argaan, der ersten von drei Hauptinseln, um Rache zu üben. Clever: Der vor dieser Szene spielende, auch in der Demoversion erlebbare Prolog, führt gleichzeitig in die Grundzüge der Spielmechanik ein.

Endlich auf Argaarn angekommen dann der erste Staun-Moment: Held Namenlos stapft durch einen Sumpf. Es beginnt heftig zu regnen. Der Boden weicht auf. In Erdvertiefungen bilden sich physikalisch berechnete Pfützen und in Strömen fließt das Wasser an Kleidung und Häusern herunter – sehr beeindruckend und nur einer von vielen Belegen, wie atmosphärisch »Arcania« sein kann. Völlig durchnässt, mit nach Blut dürstender Klinge und Schaum vor dem Mund betritt der von Hass und Zorn zerfressene Recke eine Schenke. »Sei so nett und besorge zwei Fässer Met von den Holzfällern«, bittet die Wirtin. »Aber natürlich, gar kein Problem«, antwortet der Held nun plötzlich ganz zahm und liefert dann auch einen Beleg für das, was »Arcania« nicht immer so toll hinbekommt: das Beibehalten einer eben erzeugten Stimmung und, noch wichtiger, die Abwechslung bei den Missionen. Selbst im späteren Verlauf wirken viele davon eher wie Entschuldigungen, noch mehr fiese Goblins, giftige Blutfliegen, geflügelte Scavenger und chitingepanzerte Feldräuber zu erlegen. Abgesehen davon machen die Aufträge aber jede Menge Spaß. Das liegt vor allem am zugänglichen Kampfsystem und daran, dass sich Zielgebiete von Nebenmissionen fast immer auf dem Weg Richtung Hauptmission befinden. So kann man optionale Aufträge gleich in einem Aufwasch mit erledigen und man verschwendet keine Zeit mit unnötiger Rennerei. Durch diese Linearität sinkt jedoch auch die Herausforderung – ein charakteristisches Merkmal früherer »Gothic«-Teile für den PC. Die neu eingeführten Ausrufezeichen über den Köpfen von Schüsselfiguren und die Minikarte am rechten oberen Bildschirmrand, die eben diese Figuren markiert, sind ebenfalls das Resultat einer für Gelegenheitsspieler optimierten Benutzerführung. Gut: Beinharte Gothic-Fans, die solche Hilfen nicht wünschen, schalten sie einfach ab.

Nach der Erkundung des Bluttales geht es weiter in die Hochburg von Stewark, dessen Lord Gawaan von garstigen Orks entführt wurde. Die Befreiung hält ganz schön auf Trab, kostet jeder Menge grunzenden Grünhäuten das Leben und zeigt erstmals, wie gut und kinderleicht das Kampfsystem funktioniert. Stürmt ein Feind heran, reicht ein Tipper auf die X-Taste, schon zückt der Held seine Waffe und schlägt zu. Eine praktische Funktion zum automatischen Anvisieren von Gegnern unterstützt im Kampf; ebenso wie das komfortabel gelöste Wechseln der Waffen. Tipp: Nahkampfattacken wenn möglich immer mit Magieangriffen kombinieren. Und wird’s dann doch mal brenzlig, kommt die Y-Taste ins Spiel – gedrückt gehalten erlaubt sie, in Kombination mit dem Analogstick, effizientes Ausweichen. Allerdings nur, wenn der Spieler nicht mit einem Schild umherstapft. Und noch etwas: Erfahrene Rollenspieler sollten den Schwierigkeitsgrad spätestens jetzt auf »Schwer« oder »Gothic« umstellen, da sonst auch in den Kämpfen die Herausforderung fehlt. Nach der Befreiungsaktion geht es weiter ins Sumpfland. Wie so oft in »Arcania« wird auch diese Szene mit einer stimmigen, seinen ganz eigenen Charme versprühenden Render-Zwischensequenz eingeleitet. Das motiviert ungemein, der soliden Story weiter zu folgen. Im direkten Vergleich mit einem »Mass Effect« oder »Final Fantasy« sind solche Sequenzen allerdings technisch wenig spektakulär. Überhaupt ist die Grafik ein zweischneidiges Schwert: Das Design der Szenerien, Gegner und Ortschaften gefällt. Auch Wetter- und Tageszeitwechsel überzeugen. Dem gegenüber stehen jedoch seltsam animiertes Meerwasser, wenig ausdrucksstarke Gesichter mit oft leblosen Augen und teils stockender Mimik und eine sichtbar zähflüssige Bildwiederholrate: Mehr als 15 bis 20 Bilder pro Sekunde sind nicht drin – schade.

Ähnlich wie beim technisch nicht immer überzeugenden »Risen« bleibt man trotzdem am Ball, denn wie auch letztgenanntes versprüht »Arcania« eine mystische und sehr dichte Atmosphäre, die einen nicht mehr loslässt. Erstklassige, deutsche Synchronsprecher und die stets ausgezeichnete Sounduntermalung, die neben epischen Orchesterhymnen ganz fabelhafte Soundeffekte bietet, leistet ihren Beitrag. Und so reicht’s dank abwechslungsreicher Spielwelt und Kämpfe, guter Steuerung, hoher Gegnervielfalt und toller Vertonung am Ende doch zu einem Kauftipp, der locker 20 Stunden vor die Mattscheibe fesselt.
Dieser Test ist zu finden in der Ausgabe 11/10
Dead Island: Riptide
Injustice: Götter unter uns
Sniper: Ghost Warrior 2
kurz & knapp
Hersteller/ Jowood Productions
Entwickler/ Spellbound Entertainment
Preis/ ab 50 Euro
Genre/ Rollenspiel
Spieler/ 1
Xbox Live/ nein
USK/ ab 12 Jahren
Hersteller/ Jowood Productions
Entwickler/ Spellbound Entertainment
Preis/ ab 50 Euro
Genre/ Rollenspiel
Spieler/ 1
Xbox Live/ nein
USK/ ab 12 Jahren
kurz gesagt
Atmosphärisches Abenteuer im »Risen«-Stil mit schnellem Kampfsystem.
Atmosphärisches Abenteuer im »Risen«-Stil mit schnellem Kampfsystem.
Wertung 360 Live
GRAFIK
Ziemlich atmosphärisch, jedoch zu geringe Bildwiederholrate
Ziemlich atmosphärisch, jedoch zu geringe Bildwiederholrate
7
SOUND
Epische Orchestermusik, fabelhafte Effekte, schöne Synchronisation
Epische Orchestermusik, fabelhafte Effekte, schöne Synchronisation
9
STEUERUNG
Einprägsame Steuerung, übersichtliche Menüführung
Einprägsame Steuerung, übersichtliche Menüführung
8
GESAMTEINDRUCK
Viele Änderungen, die »Gothic« verfremdet haben. Als Rollenspiel trotzdem eine Empfehlung.
Viele Änderungen, die »Gothic« verfremdet haben. Als Rollenspiel trotzdem eine Empfehlung.
8.1
Leserwertung
von 14 Leserwertungen
GRAFIK
5.2
SOUND
6.1
STEUERUNG
5.9
GESAMT-
EINDRUCK
EINDRUCK
6
von 14 Leserwertungen
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Das ist die erste Seite auf der ich etwas Gutes über das Spiel lese. Die bisher beste Wertung die ich gelesen habe lag bei knapp über 70% und die schlechteste bei 30% und bei 1 von 5 Sternen, egal ob in Deutschland oder England. Auch nach meinen eigenen Erfahrungen mit dem Game sind diese Wertungen durchaus gerechtfertigt.
An alle die nach diesem Review hier mit einem Kauf liebäugeln: lieber nochmal ein paar andere Tests lesen.
16.10.2010 16:07
Schließe mich an - wer nur irgendwie die Möglichkeit hat die DEMO vorab zu zocken, sollte dies tunlichst machen - niedrige Framerate, witzlose deutsche Synchro - das Game gehört meiner Meinung nach "abgeschossen"...aber, wie gesagt, mache sich jeder selbst ein Bild.
19.10.2010 08:58
Was für Kleingeister posten hier eigentlich? Spielt erst mal das Spiel (Nicht die Demo) und dann könnt ihr euch äußern. Die negativen Wertungen sind völlig überzogen, aber das ist ja typisch deutsch: sich selbst zu zerfleischen und einen hohlen Ami-Schei** wie Oblivion hoch zu bewerten...ne ne ne armes Deutschland...
19.10.2010 20:51
Also 1. die Grafik der XB Version ist eigentlich ne Frechheit (im Vergleich zur PC Version -> die ist um Welten besser). Hier wurde eindeutig in der optimierung gespart und man hat einfach die Details (weit) runtergeschraubt.
Das Spiel hat mit seinen Vorgänger praktisch nix mehr gemeinsam, eigentlich eine Frecheit das als Gothic zu bezeichnen. Absolut Linear aufgebaut, simpel-blöde Quests, peinlich-einfach gehaltene Dialoge, bis zur unkenntlichkeit kastriertes Skillsystem, und-und-und.. - ich hab das Spiel mitlerweile wieder verkauft... einfach grausam
19.10.2010 21:19
also hab jetzt schon ne Weile Arcania gespielt und muss sagen das ich hin und hergerissen bin.
Die Grafik finde ich für eine 5 Jahre alte Konsole recht gut (Welt ist hübsch und Detailreich schöne Architektur) aber die technische Umsetzung ist nicht immer solide.
-Schatten springen ab und an besonders in Wäldern hin und her
-Es ruckelt in Städten besonders ,sonst aber noch akzeptabel (komischerweise lief die Demo deutlich flüssiger in vergleichbarer Umgebung-was ist passiert???
-Texturen sind ab und an verwaschen (ist aber nicht sehr störend)
und ein paar Kleinigkeiten die aber jetzt nicht wirklich ausergewöhnlich mehr auftreten als bei der Konkurenz( Tearing gehört zu den meisten Konsolenspielen-zu verschmerzen)
zur spielmechanik :
-ist jetzt sehr casual
-eher Action als wirkliches Rollenspiel -kann man sich drauf einlassen aber für beinharte Rollenspieler nichts(vielleicht hätte man mit mehr Aufwand 2 Modi einbauen können um alle zufrieden zu machen )
-wenn man schon (,,Rollenspielelemente,,-im Menu einschaltbar) einbaut dann sollten diese auch mehr als simple Animationen sein ...zb ins Bett legen (kein Regenerations oder Tageszeit-effekt) -------------sehr schade dann lieber gleich lassen
Spielgeschichte :
die wurde ja schon richtig zerissen aber wer in dem genre erfindet das Rad schon neu - finde sie jetzt nicht schlecht aber man hätte mit etwas mehr Mühe noch ne Menge mehr rausholen können
Spielwelt :
-muss einigen Testberichten Recht geben es fehlt an Atmoshäregebenden Elementen
da wurde wirklich fahrlässig geschlampt DAS STÖRT MICH EIGENTLICH AM SPIEL
-es fehlt an Geschichte ...keine hinweise in der Welt (Bücher ,Statuen etc ) das macht Oblivion sehr gut ...ein viertel davon hätten Wunder gewirkt
-GANZ SCHLIMM Viele Charaktere sehen sich sehr ähnlich (fast gleich) ...wenn es nur auf herumlaufende Statisten zutreffen würde wäre es voll ok aber viele agierendePersonen (Wirte,Händler noch schlimmer wichtige questgebende Personen sehen wie Klone aus ....zb der Vater von ivy begegnet uns ein dutzendmal im Spiel auch mehrmals in einer Stadt als unterschiedliche Person und das trifft auf 80 % der figuren zu
DAS GEHT GARNICHT -PFUI ( Murdra ist aktuell die einzige Figur mit wirklichem Charakter)
da muss unbedingt gepatcht werden ...dürfte eigentlich kein Problem sein wenn Spellbound daran gelegen ist und sich als ernsthafte Spieleschmiede sieht .
Fazit : wirkt unfertig -schade wenn spellbound etwas auf sich hält und er guten alten Gothic Zeiten wegen muss unbedingt ein Majorpatch erscheinen der meiner Meinung obenstehende Probleme behebt .....
Oder besser noch ne neue Version rausbringen und allen genervten Spielern auf Wunsch einen neuen Disc schicken* (dann zerbrech ich die alte ganz schnell )
*klingt blöd aber würde sogar selbst das porto bezahlen
ach weiss irgendwer was der erste Patch eigentlich verbessert hat????
21.10.2010 18:52
Meinungsfreiheit und Pressefreiheit ist vollkommen lgiteim, aber dass muss dann auch ffcr beide Seite gelten die Facebook-Seite Christiane Tauzher eine Schande ffcr den Journalismus wurde von FACEBOOK gelf6scht!!!!Also entweder oder aber den einen das Maul verbieten geht nicht und der andere darf ungeniert le4stern das geht nicht!
15.05.2012 19:29