TEST

Man muss schon ein bisschen verrückt sein, um mit 200 Sachen in eine Kurve zu rasen. Für die Formel-1-Profis Mark Webber, Fernando Alonso und Weltmeister Sebastian Vettel ist dieser tollkühne Wagemut allerdings Alltag. Wer im Fernsehen die Königsklasse des Rennsports mitverfolgt, kann diesen Geschwindigkeitsrausch nur erahnen. Da kommen die Vollgas-Akrobaten von Codemasters mit ihrer Rennsimulation »F1 2011« gerade recht. Mit voller FIA-Lizenz im Kofferraum fährt der britische Rennspiel-Spezialist den Tempokick direkt in dein Wohnzimmer. Konkret heißt das: zwölf Teams, 24 Fahrer und Boliden mit raketenstarken 800 PS unter der Carbonhaube. Und ja, das Teil zieht trotz kleiner Schwächen richtig durch…



Kenner der Vorjahresausgabe finden sich in den übersichtlichen Menüs sofort zurecht, alle anderen sind innerhalb weniger Minuten ebenfalls im Bilde. Zentraler Motivations-Antrieb ist wieder der umfangreiche Karriere-Modus, in welchem erstmals auch zwei Freunde via Splitscreen oder Xbox Live fürs gleiche Team Punkte einfahren können. Nachdem du kurz deinen Fahrer benannt, das Helmdesign festlegt und dich für Red Bull Racing, McLaren oder eines der zehn anderen Teams entschieden hast, findest du dich im eigenen Team-Wagen wieder. Von hier aus steuerst du übersichtlich deine Rennwochenenden, studierst aktuelle Statistiken und dergleichen mehr. Schick: Je nach Team verändern sich Farbe und Design des Raums. Aber auch sonst beweist Codemasters viele Liebe zum Detail. Stets gut leserliche Werbebanner zieren Fahrer und Fahrzeug. Die detailgetreuen Cockpits sowie die akkuraten 3D-Modelle von Nürburgring, Monza und den übrigen 17 Strecken sehen dem Original in der Regel zum Verwechseln ähnlich.



Während Profis bei so viel Realismus schnell ins Schwärmen kommen, sind Einsteiger anfangs trotzdem schnell überfordert. Egal ob optimales Tuning von Chassis und Getriebe, die richtige Reifenmischung oder der harte Positionskampf in den Rennen – wer in »F1 2011« was reißen will, muss dranbleiben. Die aerodynamischen Konstruktionswunder bei über 300 Stundenkilometer ruhig halten und auch ohne Ideallinie im richtigen Moment auf die Bremse drücken, verlangt viele Stunden Übung. Nur eine Sekunde unaufmerksam, schon strandet deine Karre im Kiesbett – die oberen Podestplätze verabschieden sich damit in aller Regel. Nicht zuletzt will die richtige Verwendung von den Temposchüben KERS und DRS gelernt sein will, die dieses Jahr erstmals auch im Spiel Einzug finden. Während KERS für 6,67 Sekunden einen Leistungszuwachs von 80 PS erlaubt, gibt’s mit DRS in bestimmten Situationen bis zu 15 km/h dazu. Bei korrektem Einsatz können die beiden Zusätze siegentscheidend sein – doch den richtigen Moment zu erwischen, verlangt viele Runden Einarbeitung. Zudem macht die aggressive, immer wieder mal rempelnde Gegner-KI ordentlich Druck. Selbst auf dem einfachsten der vier Schwierigkeitsgrade bestrafen die Kontrahenten deine Fahrfehler sofort mit Überholmanövern. Klar, wer möchte, kann via Back-Taste die Rückspulfunktion nutzen und die Zeit bis zu vier Mal um etwa zehn Sekunden zurückdrehen. Insgesamt jedoch fällt die Differenzierung vor allem der unteren Schwierigkeitsgrade zu sachte aus. Zweite Hürde für Einsteiger: Die zuweilen seltsame Strafen-Vergabe durch die Rennleitung. Wie schon in der Preview-Fassung – wenn auch in sehr viel geringerem Ausmaß – kann es vorkommen, dass die Rennleitung nicht den KI-Rempler für seine ruppiges Verhalten verknackt, sondern eben den dadurch geschädigten Spieler. Das ärgert gewaltig. Umso mehr werden es Einsteiger begrüßen, dass sich Verwarnungen aller Art, aber eben auch sämtliche Fahrhilfen nach Belieben ab- oder zuschalten lassen.
Schade dagegen, dass die Entwickler in diesem Jahr erneut auf einen echten Einführungsmodus verzichten. Wer sich vernünftig warmspielen möchte, sollte dies daher am besten innerhalb der Zeitrennen oder des Grand-Prix-Modus tun. Bei letztgenannter Spielvariante schlüpfst du direkt in den Overall von Schumacher, Massa und Co. und stellst dir die Rennen nach Lust und Laune zusammen. Die Wahl von Rundenzahl, Wetterverhältnissen sowie langem oder kurzem Rennwochenende erlaubt sodann ein gemütliches Probefahren und das Ausloten des optimalen Set-ups.



Grafisch macht »F1 2011« dank der aus »Dirt 3« bekannten »EGO«-Engine viel, aber nicht alles richtig. Die Strecken sind liebevoll ausgearbeitet, die Fahrzeuge hübsch modelliert, die Crashs nicht nur in den Wiederholungen eine Augenweide. Lediglich bei Rennen auf dem geteilten Bildschirm muss man ab und zu Ruckler in Kauf nehmen. Dass das hier weiterhin mit »nur« 30 Bildern pro Sekunde läuft, wird zwar »Forza 4«-Enthusiasten sauer aufstoßen, ist jedoch kein wirklicher Beinbruch, denn in seiner Gesamtheit sieht »F1 2011« weiterhin verflixt gut aus und fährt seinem letztjährigen Kollegen definitiv davon. Selbiges gilt für die Online-Rennen, wo Codemasters die Teilnehmerzahl von 12 auf 16 aufstockt und mit einem stabilen Netzcode punktet. Damit bleibt’s eine klare Kaufempfehlung für alle F1-Fans – den vielen Verbesserungen sei Dank sogar für Besitzer der 2010-Version.

Dieser Test ist zu finden in der Ausgabe 10/11

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Kommentare:
SPDNlKsJKKuSb von Helen
Elke Susanne Ruef sagt:Liebe Britta,ffcr mich bist du ein Engel auf Erden und ich bin unendlich dabnakr ffcr deine Channelings. Dadurch bekommt man ein Handwerkszeug in die Hand, womit man arbeiten kann und das auch verste4ndlich ist. Bisher hat es mir oft an der Umsetzung des Wissens gefehlt.Ich bin einfach total begeistert.Lieben Dank!!!
31.07.2012 03:01

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