
Am 12. Februar starten die Olympischen Winterspiele in Vancouver. Für das passende Sportspiel nimmt Sega das Motto »With Glowing Hearts« – mit glühenden Herzen – wörtlich und setzt voll auf Schnelligkeit, Adrenalinrausch und Timing. Tatsächlich lassen einige Sportarten die Flamme im Herzen lodern, aber nicht alle. Wenn man beispielsweise beim Snowboard-Riesenslalom nur mit den Schultertasten beschleunigen und bremsen kann, dann ist das zu wenig – da wäre es doch deutlich anspruchsvoller und motivierender, wenn man durch Verlagerung des Körpergewichts mehr Einfluss auf den Schwung nehmen könnte. Bobfahren und Skeleton spielen sich schnell, haben aber etwas Unkontrollierbares an sich: Lenken, dann Körpergewicht verlagern, um nicht aus der Bahn fliegen – das wird auch unzureichend im Trainingsmodus erklärt. Frustrierend.
Gib dir die Helmkamera
Beim Skispringen reicht es dagegen für Gold: Das richtige Timing der Windverhältnisse ist wichtig, dann am Schanzentisch die optimale Geschwindigkeit ausloten, in der Luft die Haltung via Schultertasten korrigieren und schließlich im Telemark per A-Knopf und Schultertasten landen. Fühlt sich großartig an, braucht aber ein bisschen Übung. Passt. Schade nur, dass es keine Karriere gibt, beispielsweise den Aufstieg vom Landesverband bis hoch in den Olymp von Vancouver. Stattdessen wird klassisch eine Sportart nach der anderen abgefrühstückt: Ski Alpin, Eisschnelllauf, Skispringen, Freestyle-Skiing, Snowboard, Eiskunstlauf und Bobsport. Plus Varianten, zum Beispiel Riesenslalom und Super-G, addiert sich das auf insgesamt 14 Disziplinen. Und trotzdem kommt oft Freude auf. Richtig Adrenalin pumpt‘s einem beispielsweise ins Blut, sobald sich die Helmkamera per B-Taste einschaltet. Die Abfahrt fühlt sich schon aus der Third-Person-Perspektive richtig schnell an, aber per Helmkamera – Wow! Wie Bäume und Gletscher mit 130 Sachen an dir vorbeifliegen, du über das schön plastisch strukturierte Eis schlitterst, dich die Alternative-Musik vorwärts peitscht, einfach klasse.

Keine Sportler-Lizenzen
Da begeistert auch die Steuerung, wenn man per RT-Schultertaste in die Hocke geht und dadurch das Tempo einfühlsam beeinflusst. Hier mit einer Zeit von 1:12:24 die Goldmedaille abräumen, dafür braucht es etliche Versuche. Aber das ist gut so, das motiviert. Die Präsentation? Top. Das Ganze läuft sehr flüssig, die Technik begeistert, die Animationen kommen realitätsnah rüber. Die Medaillenübergabe schürt dann nochmal Freude, das restliche Drumherum wirkt aber einfalls- und lieblos. Eine Eröffnungszeremonie fehlt, Persönlichkeit auch. Die Athleten bleiben anonym, tragen nicht mal Fantasienamen. Jubeln mit Marie Riesch, das bleibt mangels Lizenz ein Traum. Daumen hoch hingegen für den Splitscreen-Modus für bis zu vier Spieler an einer Konsole und die Online-Wettkämpfe. Die unterhalten zumindest deutlich besser, als der etwas maue Einzelspieler-Modus. Abseits vom Olympia-Einerlei finden sich noch einige spaßige Minispiele, wie »Zerstöre den Schneemann« oder »Speed ist alles«. Die lockern abseits der Gold-Hatz schön auf. Und der Eindruck vom Gesamtbild? »Vancouver 2010« sieht attraktiv aus, spielt sich aber nur zeitweise richtig gut und bleibt in jedem Fall viel zu oberflächlich.
Dieser Test ist zu finden in der Ausgabe 02/10
Final Fantasy XIII
Mega Man 10
Battlefield: Bad Company 2
kurz & knapp
Hersteller/ Sega
Entwickler/ Eurocom
Preis/ Ab 50 Euro
Genre/ Sport
Spieler/ 1 - 4
Xbox Live/ Ja
USK/ ab 0 Jahren
Hersteller/ Sega
Entwickler/ Eurocom
Preis/ Ab 50 Euro
Genre/ Sport
Spieler/ 1 - 4
Xbox Live/ Ja
USK/ ab 0 Jahren
kurz gesagt
Hübsch anzusehende Hatz nach Gold in 14 Disziplinen. Aber die richtig großen Momente fehlen.
Hübsch anzusehende Hatz nach Gold in 14 Disziplinen. Aber die richtig großen Momente fehlen.
Wertung 360 Live
GRAFIK
Detaillierte Kulissen, prima Animation, aber wenig Drumherum
Detaillierte Kulissen, prima Animation, aber wenig Drumherum
7
SOUND
Cooler Soundtrack mit einem Mix aus Alternative, Rock und Pop
Cooler Soundtrack mit einem Mix aus Alternative, Rock und Pop
7
STEUERUNG
Mal anspruchsvoll und fordernd, beim Bob und Snowboard hakelig
Mal anspruchsvoll und fordernd, beim Bob und Snowboard hakelig
6
GESAMTEINDRUCK
Kein echter Gewinner, aber auch kein Verlierer: Die Olympischen Spiele im qualitativen Auf und Ab.
Kein echter Gewinner, aber auch kein Verlierer: Die Olympischen Spiele im qualitativen Auf und Ab.
6.3
Leserwertung
von 4 Leserwertungen
GRAFIK
6.3
SOUND
5.8
STEUERUNG
5.5
GESAMT-
EINDRUCK
EINDRUCK
5.8
von 4 Leserwertungen
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